Streitschlichter

Künftige Streitschlichter der Ludwig-zu-Sayn-Wittgenstein- Schule erhalten ihr Zertifikat

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(Ailleen Kraus, Kim Hanke, Tamara Meznar, Eric Landmann, Lea Klinkert, Victoria Wahl, Davina Dornhöfer, Adelia Schlenger, Büsranur Yesilöz, Saskia Wick, Emilio Caner, Kilian Geßner, Christian Giebler)

15 SchülerInnen des 9. Jahrgangs der Ludwig-zu-Sayn-Wittgenstein-Schule in Bad Berleburg erhielten nach einer erfolgreichen Abschlussprüfung zum Streitschlichter wohlverdient ihr Zertifikat. Die Streitschlichterausbildung absolvierten die SchülerInnen über ein ganzes Schuljahr zwei Stunden wöchentlich im Wahl-Pflicht-Unterricht. Das Ziel ist es die sozialen Kompetenzen der SchülerInnen zu fördern. Diesen feierlichen Moment verbrachten die zukünftigen Streitschlichter bei einem gemütlichen Beisammensein im China Restaurant in Bad Berleburg. Der Förderverein der Ludwig-zu-Sayn-Wittgenstein-Schule gratuliert ganz herzlich zu den bestandenen Streitschlichterprüfungen und unterstützt die Feierlichkeit finanziell.

Die Streitschlichter bezeichnen sich selbst als ein „vertrauensvolles Team“, das sie im Laufe der  Ausbildung zusammengeschweißt hat. Sie freuen sich auf das kommende Schuljahr mit ihrem aktiven Einsatz als Streitschlichter an der Hauptschule.

Die SchülerInnen bedanken sich im Besonderen bei ihrem  Lehrer Herrn Werner Schreiber und den Schulsozialarbeiterinnen Kerstin Kreß und  Marina Hofmann-Pohl, die sie mit großem Engagement durch das Schuljahr begleitet und angeleitet haben. Der Dank geht gleichermaßen an den Förderverein der Ludwig-zu-Sayn-Wittgenstein –Schule!

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„Hast Du wirklich genug Vertrauen?“

Streitschlichter-Seminar im Freizeitzentrum Wemlighausen der Neuntklässler der Ludwig-zu-Sayn-Wittgenstein-Schule zu Beginn ihrer Ausbildung

15 Schüler rückten als zukünftige Streitschlichter näher zusammen

 Schüler mit verbundenen Augen, die sich durch den Wald bewegen! So kann man die Reize unser schönen Wälder wohl nicht wahrnehmen. Doch darum ging es den Schülern gar nicht, hier spielte das Vertrauen zu dem Partner eine wichtige Rolle, der Verantwortung für den nicht Sehenden trug.

 Im Rahmen  ihrer mehrmonatigen Ausbildung zum Streitschlichter nahmen jetzt 15 Neuntklässler der Ludwig-zu-Sayn-Wittgenstein-Schule Bad Berleburg an einem Seminar im Freizeitzentrum Wemlighausen. Unter der Anleitung von Klaus Aderhold mussten sich die Mädchen und Jungen manchen praktischen Herausforderungen in Sachen „Nonverbale Kommunikation“, „Vertrauen gewinnen“ und „Teamfähigkeit“ stellen.

Eine besondere Aufgabe stellte dabei das Vertrauen der Jugendlichen gehörig auf die Probe. Es ging darum, mit verbundenen Augen und einem Mitschüler an der Seite einen Weg durch den Wald zurückzulegen, und die Gefühle hinterher im gemeinsamen Gespräch zu beschreiben. Dabei erfuhren alle am eigenen Leibe, was es heißt, seinem Mitschüler „blind vertrauen“ zu müssen.

Klaus Aderhold schärfte bei jeder Aufgabe die Auffassungsgabe der künftigen  Streitschlichter und gab ihnen immer auch Tipps und Kniffe für ein angemessenes Verhalten im Schulalltag mit. „Ich hoffe, Ihr habt mit diesen Aufgaben verstanden, wie schwer es sein kann, Vertrauen generell aufzubauen und wie schnell man es wieder verlieren kann“, sagte Klaus Aderhold. Umso wichtiger sei es, sich bewusst zu machen, was man im Schulalltag anrichte, wenn Vertrauen einmal zerstört sei und wie lange man mitunter benötige, um es wieder aufzubauen.

„Bei all diesen Dingen müsst Ihr Euch immer bewusst machen, wie wichtig es ist, gewissenshaft zu handeln“, so Klaus Aderhold. „Seid aufrichtig auch Euch selbst gegenüber und in dem, was Ihr tut – und betrügt euch nicht selbst. Das führt nämlich zu nichts.“

Ein weiteres Spiel in Sachen „Absprache“ und „Kommunikation“, hier musste ein imaginäres Moor ohne Schaden überquert werden, verlangte von der gesamten Gruppe als Team besonderen Zusammenhalt. In großen Abständen zueinander befanden sich Kisten, die nach genauer Absprache und einem Plan mit Holzplanken verbunden werden mussten. Fiel ein Schüler ins Moor, weil durch mangelnde Kommunikation der Steg nicht sattelfest war, schied derjenige aus. An dieser Übung erkannten die Teilnehmer sehr schnell, dass erst durch gemeinsame Kommunikation ein Plan entwickelt werden kann, der auch praktikabel ist zu einer Lösung führen kann.

Ziel dieses Spieles sei es in erster Linie zu verinnerlichen, wie bedeutend Regeln im täglichen Miteinander seien, auch wenn die eigene Meinung damit nicht immer konform laufe, sagte Klaus Aderhold.

Bereits seit 1997 bildet die Ludwig-zu-Sayn-Wittgenstein-Schule Bad Berleburg ihre Schüler zu Streitschlichtern aus, damit diese eigenständig und gewissenhaft ihren Mitschülern bei Konfliktlösungen helfen. Auf freiwilliger Basis lassen sich dabei die Schüler des neunten Jahrganges im Wahlpflichtunterricht als Streitschlichter oder Mediator ausbilden. „Das Trainingsprogramm läuft über ein Schuljahr“, so Werner Schreiber, der für die Streitschlichterausbildung verantwortlich ist. „Die Vermittlung im echten Streitfall verläuft dann nach bestimmten Richtlinien: Die Streithähne beschreiben, ohne sich zu beschimpfen, ihren Konflikt. Beide müssen Fehler eingestehen und dem anderen entgegenkommen. Mit Hilfe der Mediatoren wird dann eine Lösung gefunden, die beide Konfliktparteien zufrieden stellt.“

Die Streitschlichtung findet schließlich in einem eigens dafür eingerichteten Raum in der Schule statt. „Die ausgebildeten Streitschlichter stehen dann im nächsten Schuljahr als 10. Klässler in den beiden großen Pausen den Mitschülern in Konfliktsituationen zur Seite“, so Werner Schreiber. Der Umgang mit zwei in Streit geratenen Schülern werde in der Regel zu zweit bewältigt. Nach erfolgreicher Ausbildung erhalten die zukünftigen Streitschlichter des 9. Jahrgangs ein Zertifikat über die Inhalte  der Ausbildung als Mediator.

„Konflikte zwischen Mitschülern werden trotz der Streitschlichtung natürlich immer wieder entstehen. Die Schüler unserer Schule lernen jedoch mit Konflikten anders umzugehen und entwickeln eine angemessene Streitkultur“, unterstreicht Werner Schreiber die Bedeutung der Streitschlichtung für die Schule.

 

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Bild 1: Mit verbundenen  Augen durch den Wald gehen, mal mit Körperkontakt, mal nur mit verbalen Anweisungen – das erfordert großen Vertrauen zu seinem Partner  

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Bild 2: Nonverbale Kommunikation – ohne miteinander zu sprechen muss jeder Teilnehmer ein Quadrat aus vielen Einzelteilen zusammenlegen  

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Bild 3: Ein Holzturm aus einzelnen Teilen mit einem “Kran“ aufzutürmen geht nur, wenn alle auf an „einem Strang“ ziehen  

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Bild 4 und 5: Aus einem langen Seil ein Netz bauen und damit einen Mitschüler transportieren – Kommunikation und das Einigen auf ein Vorgehen sind hier besonders gefragt

Text + Foto: SR

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Einmischen erlaubt!

Wenn Konflikte drohen, kommen Streitschlichter zum Einsatz Schulalltag: Viele Kinder und Jugendliche auf engem Raum, da sind Konflikte vorprogrammiert. Und wenn dann ein Streit eskaliert, sind Mediatoren, sind Streitschlichter als Helfer auf der Suche nach Kompromissen gefragt. Und sie haben Ideen.

Weil Jugendliche Problemsituationen ihrer Altersgenossen meist besser beurteilen als Erwachsene, geht die Ludwig-zu-Sayn-Wittgenstein-Schule Bad Berleburg einen speziellen Weg: Sie bildet Schülerinnen und Schüler zu Streitschlichtern aus. Schülerinnen und Schüler des 9. Jahrgangs lernen im Rahmen des Wahlpflichtunterrichts mit viel Interesse und Motivation die Grundlagen der Streitschlichtung kennen. Seit Beginn des Schuljahres nehmen sie als Schüler der Jahrgangsstufe 10 ihre verantwortungsvolle Arbeit als Streitschlichter der Schule wahr. Sie werden in einem Team, bestehend aus jeweils zwei Streit­schlichtern, ihren Mit­schülern helfen, Konflikte ge­waltfrei und für beide Seiten zufrieden stellend zu lösen. Dem Streitschlichtungsteam steht ein eigens dafür eingerichteter Raum im Schulgebäude zur Verfügung, um Schlichtungsgespräche vertraulich führen zu können. Er wird in jeder 1. großen Pause und oft auch in den nachfolgenden Unterrichtsstunden für Schlichtungsgespräche genutzt. Bei Bedarf werden auch zusätzliche Termine vereinbart. Die Streitschlichter arbeiten dabei mithilfe der wichtigsten Grundsätze der Mediation, d.h Mediation versucht im Konflikt zu vermitteln, nicht Schuld zuzuweisen. Das Verfahren dient einer zukunftsorientierten gemeinsamen Lösung. Die Konfliktparteien finden dabei selbst ihre Anteile am Konflikt und suchen gemeinsam nach einer Lösung. Mediation vertraut den Beteiligten und versucht ihre Eigenverantwortlichkeit zu stärken, sowie Erkenntnisse zur Selbst- und Fremdwahrnehmung sichtbarer zu machen. Voraussetzung für den Verhandlungsprozess ist die freiwillige Anwesenheit beider Konfliktparteien. Das Streitschlichtungsgespräch ist vertraulich. Unterlagen (Schlichtungsverträge und Protokolle) werden unter Verschluss gehalten. Aufgabe der Mediatorin / des Mediators ist es, den Gesprächsprozess zu ermöglichen bzw. in Gang zu halten. Ziel der Mediation ist eine Konfliktlösung, mit der beide Konfliktparteien zufrieden sind (WIN-WIN-Methode).

Gleich zu Beginn des neuen Schuljahres hatten sich wieder 11 Schülerinnen und Schüler der Klassen 9 dazu entschlossen, Streitschlichter für das Schuljahr 2013/2014 zu werden. Unter der bewährten Lei­tung des Ausbildungslehrer Werner Schreiber und Jana Engel erlernten sie neue Fähigkeiten der Gesprächstechnik und den geübten einfühlsamen Um­gang mit streitenden Schülern. So sind sie nun in der Lage, Konflikte der Schüler untereinander ei­genständig zu lösen Die so erwor­benen rhetorischen Techniken wirken sich auch positiv auf den späteren beruflichen Werdegang der Schüler aus. Das Projekt der Streitschlichtung durch Schüler wird an der Ludwig-zu-Sayn-Wittgenstein-Schule Bad Berleburg bereits seit 10 Jahren praktiziert und ist ein zusätzliches Angebot der Schule, das sowohl von den streitenden als auch von den zu Schlichtern ausgebildeten Schülern sehr gut angenommen wird. Insgesamt trägt es zu einem positiven Miteinander innerhalb der Schülerschaft bei und ver­stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl und die Verantwortung des Einzelnen der Gruppe gegenüber. Auch viele Lehrer freuen sich, dass so mancher Konflikt mit Hilfe der Streitschlichter zu einem guten Ende gebracht wird. Am Ende der Ausbildung können die ausgebildeten Streitschlichter ihre Urkunden in Empfang nehmen, so auch in diesem Jahr.

Text: SR           

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Streit und Mobbing? Dafür gibt es Streitschlichter

(von Jessika, Victoria und Celina aus der 7a - Projekt: In der Schule leben und arbeiten)

An unserer Schule gibt es Streitschlichter. Herr Schreiber bildet die Schüler seit 10 Jahren aus. Er ist darin sehr erfahren. Es ist immer so, dass die Lehrer die Schüler in der Ausbildung anders kennen lernen und die Schüler auch die Lehrer. Streitschlichter haben Schweigepflicht, denn die Schüler müssen ihnen vertrauen können. Die Lehrer werden auch für ihre Aufgabe ausgebildet. An unserer Schule melden sich dann die Schüler im 9. Jahrgang freiwillig zur Ausbildung. Die wird dann im Wahlpflichtunterricht ein ganzes Jahr lang jede Woche zwei Stunden lang gemacht. Später kann man sich sogar weiterbilden. In der Ausbildung lernt man, dass man Gespräche nach festgelegten Regeln führen muss und auch die Gefühle der Betroffenen erkennen muss.   

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