Abschlussklassen

Wie gewohnt, erinnerten sich auch in diesem Jahr in allen drei Wittgensteiner Kommunen Menschen an die Geschehnisse des 9. November 1938.

Gruppe am Mahnmahl

In Bad Berleburg lud der Arbeitskreis „Schule für Toleranz und Zivilcourage“ von der Berleburger Ludwig-zu-Sayn-Wittgenstein-Schule, diesmal bereits morgens um 11.00 Uhr, zum Pogrom-Gedenken beim Mahnmal am Berlebach ein. Ute Bänfer begrüßte die Anwesenden und erinnerte in ihrer Ansprache an das Ereignis der Pogromnacht, in deren Zuge die Synagoge geschändet und jüdische Bürger misshandelt wurden. "Ebensowenig darf man die aktuellen Geschenisse in Israel und Palästina nicht aus dem Blick verlieren und sollte aufkeimendem Antisemitismus entgegentreten." Die letztjährige Klasse 9 und diesjährige Klasse 10 beschäftigten sich im Religionsunterricht besonders mit dem Beispiel der Familie Gonsenhäuser aus Berleburg und der Judenverfolgung.

Ina Namen

Alina, Ina und Enie berichteten mit kurzen Texten von diesen Unterrichtsinhalten und der Stolpersteinverlegung im September. In der Gedenkrede, die Otto Marburger hielt, ging er auf die furchtbaren Geschehnisse der Deportation und Ermordung von Auguste Gonsenhäuser ein, die als ehemalige Berleburger Bürgerin nach Estland verschleppt und in Kalevi-Liiva ermordet wurde.

Enie Namen

Die Schülerinnen und Schüler der Klassen 10, Paul Dienst, Misha Dusheiko, Enie Gersch, Ina Limper, Lars Ostermann und David Salomon verlasen anschließend die Namen der ehemaligen jüdischen Nachbarinnen und Nachbarn, die keine Berleburger mehr sein durften. Für jeden Namen legte Alina eine Rose am Mahnmal nieder.

Ansprache BF

Beide Redner, sowohl Ute Bänfer als auch Otto Marburger ermutigten dazu, dass es an diesem Tag nicht allein ums Erinnern gehen dürfe, sondern auch darum, für die Zukunft mutig aus den Geschehnissen der Reichspogromnacht 1938 zu lernen. Zahlreiche Gäste kamen zur Gedenkfeier und folgten den Ausführungen der Arbeitsgruppe.

Gäste

Text: BF

Fotos: FM, Gesper

"Die Stolpersteine sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig, das im Jahr 1992 begann. Mit im Boden verlegten kleinen Gedenktafeln, sogenannten Stolpersteinen, soll an das Schicksal der Menschen erinnert werden, die in der Zeit des Nationalsozialismus (NS-Zeit) verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden." aus:https://de.wikipedia.org/wiki/Stolpersteine

20240924 140549 sieben Stolpersteine

Am 24.09.2024 wurden in Bad Berleburg in der Jacob-Nolde-Str. 5 sieben Stolpersteine für die Familie Gonsenhäuser verlegt.

Über einen langen Zeitraum hatten sich die Schülerinnen und Schüler der Klasse 9a (2023-24) mit ihrer Lehrerin, Ute Bänfer, mit den Stolpersteinen in Bad Berleburg beschäftigt.

RiedeselStadtgang

Dazu wurde die Geschichte der jüdischen Bürger Bad Berleburgs in der Zeit vor und während der Zeit des Nationalsozialismus (1933-1945) recherchiert.
Über einzelne Schicksale wurde nachgeforscht und die Erfahrungen in Form von Steckbriefen festgehalten.

RiedeselBesuch am Friedhof

Die Archivarin der Stadt, Rikarde Riedesel, begleitete die Schüler auf einem Stadtgang und beim Besuch des neuen jüdischen Friedhofs in Bad Berleburg und lieferte wertvolle Informationen.

Dabei stellten die Schülerinnen und Schüler fest, dass die Informationen auf dem Stolperstein von Auguste Gonsenhäuser falsch waren. Es entstand die Idee einen neuen Stein zu beantragen und zu verlegen. Alina Koob und Ina Limper (Kl. 9a) setzen sich mit der Stiftung von Gunter Demnig in Verbindung und die Planung nahm ihren Verlauf. Herr Thomas Kemper aus Schmallenberg, der viel über die Geschichte der Familie recherchiert hatte, besuchte die Klasse im Mai 2024 und erzählte von seinen Erfahrungen.Dabei entstand ein erster Videokontakt zu Nachfahren dieser Familie in USA und Südafrika , die gerne bei der Verlegung dabei sein wolltenn. Statt des eines Stolpersteins für Auguste wurden nun sieben Steine für die Familie angefertigt, weil alle berichtigt bzw. vervollständigt werden mussten.

20240924 112312 Lebenslauf

Am 24.09.2024 war es dann soweit. An dem Tag, an dem Auguste Gonsenhäuser vor genau 82 Jahren deportiert und 6 Tage später in Kalevi - Liiva (Estland) ermordet worden war, wurden in einer feierlichen Stunde die neuen Stolpersteine verlegt.

20240924 111751 Begrüßung
Alina und Enie gaben erste Informationen und begrüßten die Nachfahren der Familie.

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Gemeinsam mit dem Mitgliedern von Singsation und den Gästen wird das eingeübte Lied " " gesungen.

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Aus den Klassen 8 waren etliche Schülerinnen und Schüler dazu gekommen um an diesem Gedenken teilzunehmen.

Klasse BF Gonsenhäuser

Die Schüler und Schülerinnen der Klassen 10 (inzwischen im neuen Schuljahr) hatten die Gedenkveranstaltung vorbereitet.

Nachfahren Gonsenhäuser

Sie waren umso mehr erfreut, dass 14 Nachfahren (Enkel, Enkelinnen, Großneffen und – nichten) aus den USA und Südafrika angereist waren um bei dem Gedenktag anwesend zu sein.

Nathalie Lutrin AlinaKoob

Es kam zu herzlichen Worten der Begrüßung und einem lebhaften Austausch untereinander nach der Veranstaltung.

Nathalie Lutrin Bändchen

Ein Teil der Veranstaltung wurde abends in der Lokalzeit Südwestfalen ausgestrahlt.
https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/lokalzeit-suedwestfalen/juedische-nachfahren-bei-stolpersteinverlegung-100.html

Fotos: BF, FM, Gesper

Text: BF

P6060022 BM Schüler stehend

41 Schülerinnen und Schüler konnten jetzt an der Ludwig-zu-Sayn-Wittgenstein-Schule in Bad Berleburg ihre Abschlusszeugnisse entgegennehmen.
Die Klassenlehrerinnen Ute Bänfer und Kerstin Burgmann gratulierten zusammen mit Schulleiterin Christina Feige-Meyer allen Jugendlichen zu ihren bestandenen Prüfungen und den erreichten Abschlüssen.
15 Schülerinnen und Schüler verließen die Schule mit dem Mittleren Schulabschluss, davon drei Schülerinnen mit der Qualifikation zum Besuch der gymnasialen Oberstufe. Insgesamt 15 Absolventen erreichten den Ersten Erweiterten Schulabschluss.
Fünf Schülerinnen und Schüler verließen die Schule nach der 9. Klasse mit dem Ersten Schulabschluss, weil sie eine Ausbildung beginnen. Ihr Abschlusszeugnis im Bildungsgang Lernen konnten drei Jugendliche entgegennehmen.
Bevor die Zeugnisse ausgegeben wurden, erwartete die zahlreichen Gäste und Ehrengäste ein buntes Programm. Mit einem Klavierstück begrüßte Sofie Giebler die Eltern, Großeltern, Geschwisterkinder und alle weiteren Anwesenden zunächst musikalisch.

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Nach den begüßenden Worten der Schulleiterin sprachen die Ehrengäste. Bürgermeister Bernd Fuhrmann verglich in seinem Grußwort die schulische Laufbahn der Jugendlichen mit einem Hausbau. Er wünschte den Schülerinnen und Schülern, dass sie Ihren Abschluss als Fundament für eine erfolgreiche berufliche Zukunft nutzen können.
Margot Leukel vertrat als stellvertretende Bürgermeisterin die Stadt Bad Lassphe und schloss sich den Wünschen an.

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Für die Schülerinnen und Schüler legte Antonia Benner (10aB) ihren Fokus auf eine gewinnbringende und erlebnisreiche Schulzeit, aber auch das schwer zu knackende W-LAN-Passwort der Schule fand Eingang in ihre Rede.
Nach einer Fotoshow der vergangenen sechs Jahre blickten die Klassenlehrerinnen Ute Bänfer (10aB) und Kerstin Burgmann (10aB) in einer Rede auf die gemeinsame Zeit zurück. Ein Sketch der Stufe acht, ein Musikvortrag des Musikkurses der Stufe zehn und der gesungene Abschiedsgruß "Bella Ciao" des Lehrerchores rundeten das Programm ab.

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Den klassenbesten Schülerinnen der beiden Abschlussklassen Sahara Alam (10aB) und Elnaz Hazrati (10aB) überreichte der Ausbildungsleiter der Firma EJOT, Helmut Zacharis, jeweils ein i-Pad.

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Abschlussschülerinnen und -schüler 10aB:
Mariam Al Aboosh, Alaa Al Natour, Sahara Alam, Antonia Benner, Dominik Bräuer, Emely Dickel, Selda Hamroho, Hermon Jared, Laura Kalus, Timo Koch, Maurice Lippmann, Angelina Mengel, Alexander Ostermiller, Dishan Ovitigala Vithanage, Sharon Schlapp, Ronja Schuster, Mariia Shcherbyna, Nico Strackbein, Leanne Wick, Jule Womelsdorf.

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Abschlussschülerinnen und- schüler 10bA:
Lamar Abo Rabah, Justin Althaus, Leon Aman, Ben Bettelhäuser, Josh Ehm, Adina Marie Hagn, Elnaz Hazrati, Adel Ibrahim, Emil Korac, Maxim Lambrecht, Julyana Mettbach, Mustafa Omairat, Ayleen Meryem Sahin, John Malte Weise, Benjamin Womelsdorf.
Abschlussschülerinnen und -schüler Jahrgang 9:
Jona Schneider, Till Feist, Laureen Feist, Kimberly Oesterhoff.

Text: BK

Fotos: RA

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Die Abschlussfeier war ein emotionaler Abschied für die Schülerinnen und Schüler, die nun einen neuen Lebensabschnitt beginnen.

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Die Feier begann mit einer herzlichen Rede der stellvertretenden Bürgermeisterin Anke Fuchs-Dreisbach, die den Absolventen alles Gute für ihre Zukunft wünschte. Anschließend sprach auch unsere Schulleiterin Christina Feige-Meyer einige motivierende Worte und lobte die Leistungen der Schülerinnen und Schüler.

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Stellvertretend für die Klassenlehrer der Abschlussklassen ließ Jörg Hoffmann in seiner Rede die vergangenen Jahre Revue passieren und erinnerte an lustige und prägende Momente. Die Schülerinnen und Schüler nutzten ebenfalls die Gelegenheit, um sich bei ihren Lehrern und Eltern zu bedanken.

Ein besonderer Höhepunkt waren die großzügigen Geschenke von unseren Kooperationspartnern EJOT und BIKAR Metalle.

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Die Klassenbesten Sören Wieland (Mittlerer Schulabschluss), Aras Abdullah und Hanna Twiehoff (Berufsorientierte Klassen) wurden geehrt und erhielten von der Firma EJOT ein iPad.

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Alle Abschlussschüler erhielten ein tolles Präsent von der Firma BIKAR Metalle, welches den Schülerinnen und Schüler den Start in die nun kommende Zeit erheitern soll. Die Präsente waren nicht nur eine schöne Geste, sondern auch ein Zeichen der Unterstützung und Verbundenheit mit unserer Schule. Wir möchten uns an dieser Stelle herzlich bei unseren Partnern für ihre Unterstützung bedanken.

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Ein Highlight des Abends war der Stuhltanz der Fünftklässler, der die Gäste mit seiner Frische und Dynamik begeisterte.

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Ein Sketch und ein Gedicht der Achtklässler sorgten für viele Lacher im Publikum. Musikalisch untermalt wurde die Veranstaltung von Sophie Giebler aus der Klasse 8a, die mit einem Klavierstück für eine feierliche Atmosphäre sorgte.

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Nach dem offiziellen Teil gab es im Lehrerzimmer der Schule ein abwechslungsreiches Buffet. Die Speisen wurden von Schülerinnen und Schülern im Hauswirtschaftsunterricht unter der Leitung von Rahel Henk und Marie Müller hergestellt. In gemütlicher Atmosphäre kamen die Gäste zusammen und feierten den Abschluss der Schülerinnen und Schüler gebührend.

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Die Entlassfeier war ein gelungener Abschluss für die Zehntklässler und ein unvergesslicher Abend für alle Beteiligten.

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Wir wünschen den Absolventen alles Gute für ihren weiteren Lebensweg und sind stolz auf ihre erreichten Erfolge.

Fotos und Text: KI

Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 9a unterstützten die Projektgruppe "Schule für Toleranz und Zivilcourage" und luden zur Verlegung eines Stoplersteins nach Arfeld ein. Dort begrüßten sie rund 40 Gäste und berichteten über das Schicksal der jüdischen Familie Wolff.

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Antonia Benner und Josh Ehm freuten sich über die zahlreichen Gäste und stellten das Programm der Zeremonie vor.

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Bürgermeister Bernd Fuhrmann betonte in seinem Grußwort, wie wichtig Erinnerungskultur sei und lobte die Schülerinnen und Schüler für ihr bereitwilliges Engagement.

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Die Jugendlichen stellten anhand von Plakaten mit Jahreszahlen die wichtisten Begebenheiten im Leben der Familie Wolff den allgemeinen politischen Ereignissen dieser Zeit gegenüber. Anschließend präsentierte Ronja Schuster den Gästen das letzte Foto Karl Wolffs von dessen Personenkennkarte.

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Der Stoplerstein für Karl Wolff wurde unterhalb der Gedenksteine seiner Eltern, Henriette und Jakob Wolff, verlegt. Anschließend schmückten die Schülerinnen und Schüler - hier Elnaz Hazrati und Timo Koch - die Stolpersteine.

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Nach der feierlichen Verlegung sangen die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit allen Anwesenden das Lied "Hevenu shalom alchem" - "Wir wollen Frieden für alle". Üte Bänfer begleitete das Stück mit der Gitarre.

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Die geschmückten Stoplersteine nach der Verlegung.

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Zum Abschluss der Zeremonie präsentierten sich die Jugendlichen der Klassen 9a zusammen mit ihrer Schulleiterin, Christina Feige-Meyer, und ihrer Klassenlehrerin, Kerstin Burgmann.

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Text: BK
Fotos: Jens Gesper